Movement Method in der Mammutschule

Kurz vor dem Burn out hat sie noch einmal die Kurve gekriegt: Bianca Rimbach ist heute wieder Lehrerin mit Leidenschaft und Lebensfreude. Die gebürtige Delmenhorsterin lebt seit 20 Jahren in Colorado und hatte nach fast zwei jahrzehnten nicht mehr die Kraft, den klassischen Schulalltag durch zu stehen. In ihrem Vortrag an der  Mammutschule vor 40 interessierten Pädagogen und Pädagoginnen aus dem ganzen Kreisgebiet gesteht sie: „Ich habe so vieles falsch gemacht: Arbeitsblätter ausfüllen, Tests schreiben, Kinder beurteilen. Wir haben fest auf unseren Stühlen gesessen und uns nicht bewegt“, bedauert die charismatische Amerikanerin ihre bisherige Pädagogenlaufbahn. Doch dann habe sie in einem Seminar Rupert Isaacson und die Horse-Boy- Methode kennengelernt. Und war begeistert. Hier habe sie Antworten gefunden, wie sie den Bezug zu ihren Schülern und Schülerinnen wieder herstellen kann.

Ausgehend von dem Lernprogramm auf Pferden für Kinder mit Autismus ist die Movement- Method entstanden,  ein Konzept, das mit einfachen Mitteln im gewohnten Klassenraum umgesetzt werden kann. “Für gutes Lernen braucht es eigentlich nur zwei Dinge: ein wertschätzendes menschliches Umfeld und eine ansprechende physische Umgebung“. Also hat sie bei ihrem Klassenraum angefangen und ihn beweglich gestaltet. Starre Formen gibt es nicht mehr. Manche Kinder lernen besser im Schaukeln, andere beim Wippen. Biologie lernt sich in der Natur ganz nebenbei und Bruchrechnen beim Spielen mit dem Fallschirm. Schon nach kurzer Zeit haben sich die Kinder verändert: „Die Rückmeldungen der Eltern waren durchweg positiv. Kinder, die über Migräne klagten, kannten das Symptom kaum noch. Sogenannte Schulschwänzer hatten wieder Spaß am Unterricht“, freut sich Frau Rimbach über die Entwicklung an ihrer Schule mit der Movement-Method. Warum die Methode funktioniert schildert sie anschaulich anhand wissenschaftlicher und medizinischer Erkenntnisse. Schaukeln und Bewegen lösen innere Spannungen und fördern die Vernetzungsprozesse im Gehirn.  Die Kinder können sich dadurch besser konzentrieren und umfangreicher lernen.  „Meine drei Jungs sind sofort auf die neue Methode des Lernens angesprungen“ bestätigt Henrich Berkhoff, Vorsitzender des DKSB im Kreis Warendorf begeistert.

Dabei finden sich einige Ansätze und Elemente aus dem Konzept de Movement Method bereits in manchen hiesigen Klassenzimmern wieder. Bianca Rimbach machte Mut, diesen Weg weiter zu verfolgen. Warum nur mit Papier und Stift arbeiten, wenn die Welt  so viel bietet?